Ein Feuerwerk der Kreativität

Unter dem Motto "high, higher, highest – was Leben größer macht" feiern rund 380 Jugendliche ein buntes Fest des Glaubens

Deutlich war am 23. August in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Feuerwerk in Schönstatt zu hören, das im Rahmen der Veranstaltung “Mittelrhein-Lichter” in der Nähe von Koblenz gezündet worden war. Für einige Minuten konnte man aus der Ferne das Donnern wahrnehmen. Wenn die Zuschauer am Rhein nur gewusst hätten, was sich einige Kilometer entfernt in Schönstatt abspielte…

Während des Wochenendes vom 22. Bis 24. August fand am Urheiligtum – weitgehend ignoriert von den Medien – die Nacht des Heiligtums, statt. 380 Jugendliche, überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, waren nach Schönstatt gekommen und erlebten dort unter dem Motto “high, higher, highest – was leben größer macht” ein Feuerwerk der ganz anderen Art: ein Feuerwerk der Begeisterung, ein Feuerwerk der Kreativität und Vielseitigkeit, ein Feuerwerk jugendlichen Glaubens. Nicht nur für einige Minuten, sondern das gesamte Wochenende lang.

Ein Feuerwerk der Begeisterung

Bereits am Eröffnungsabend war die Stimmung hervorragend. Nach der Ankunft und dem Beziehen der Quartiere hatte man sich in der Aula der hiesigen Marienschule versammelt, um gemeinsam ins Wochenende zu starten. Von Beginn an gelang es sowohl der Projektband aus Würzburg mit ihrer rockigen (Lobpreis-)Musik, als auch den Moderatoren mit lustigen Sprüchen und Lachern das Publikum für sich zu gewinnen. Highlight des Abends aber war eine Darbietung der Fuldaer Mädchenjugend, die mit einer Gruppe auf der mit Schwarzlicht beleuchteten Bühne einen beeindruckenden Tanz aus Licht und Schatten aufführten.

Spätestens aber beim stilvollen Diner und Variété-Abend am Samstag, gestaltet nach der Idee einer kulinarischen Weltreise, erreichte die Stimmung den absoluten Siedepunkt. Bei der Darbietung von Sister & Friends, sieben leibhaftigen Marienschwestern mit Unterstützung, die auf die Melodie von Hänschen klein einen Gang durch die Epochen der Musikgeschichte spielten, hielt es niemand mehr auf den Sitzplätzen – oder traute seinen Augen (und Ohren) kaum. So konnte man die Schwestern bisher noch nie erleben. Dies sollte aber nur einer von mehreren humoristischen Glanzpunkten an diesem Abend gewesen sein.

Ein Feuerwerk der Kreativität und Vielseitigkeit

Ungemein vielseitig präsentierte sich der Samstag. Nach dem Podiumsgespräch am Vormittag, an dem Martin Ott, der Flugkapitän der Lufthansa, der die Ehre hatte den Papst vom Weltjugendtag 2005 in Köln zurück nach Rom zu fliegen, mit drei weitere Jugendlichen aus der Schönstattjugend jeweils ganz persönliche Zeugnisse für den Glauben ablegten (siehe eigener Bericht), war man eingeladen, sich in verschiedenen Foren auszutauschen. So konnte man beispielsweise bei Bettina Betzner erfahren, wie eine christliche Geschäfts- und Mitarbeiterführung aus dem Liebesbündnis heraus gelingen könne. Die Referentin ist als Leiterin der Katholischen Familienpflege in Nürtingen tätig und führt damit ein kleines Wirtschaftsunternehmen. Es wurde deutlich, dass sich Wirtschaftlichkeit und christliches Ideal nicht ausschließen, aber mehr Anstrengungen im Umgang mit den Mitarbeitern notwendig sind. Diese Investitionen zahlen sich aber in jedem Fall aus …

Am späten Nachmittag konnte man dann einen Einblick erhalten, wie kreativ Schönstatt sein kann. Bei der Infomeile der Schönstattjugend im Innenhof der Marienschule wurde eine Vielzahl an verschiedenen Projekten und Initiativen von und für Jugendliche vorgestellt. Bei allen wird deutlich, dass eine Menge Arbeit und Begeisterung dahinter steht. Enorm ist beispielsweise das Vorhaben der Schwabenjugend, die 2009 bei einem Fackellauf die 1500 km von Schönstatt nach Rom in nur zehn Tagen zurücklegen will. Die jungen Männer wollen das Licht Schönstatts in das Herz der Kirche tragen.

An einem anderen Stand konnte man sich über das TwoDay-Projekt aus München informieren. Bei mehreren Treffen können junge befreundete Paare mit anderen Paaren über ihre Überzeugungen und Erfahrungen ins Gespräch kommen. Dabei sind die Treffen bewusst offen gehalten und sollen auch Menschen ansprechen, die mit Schönstatt noch nicht so sehr in Kontakt gekommen sind. Erste Treffen haben bereits gezeigt, dass die Idee gut ankommt. Sowohl bei Schönstättern, als auch bei Außenstehenden.

Besonders gut ist auch die erste Ausgabe der Zeitung “Night of Shrine” angekommen. Die ersten Exemplare wurden den Schreibern förmlich aus den Händen gerissen. Das ganze Wochenende lang hatten die gut 15 Mitarbeiter des Redaktionsteams unter der Leitung von Claudia Wöhrle fleißig und mit viel Elan Berichte, Reportagen und Interviews geführt, Bilder und Schnappschüsse gemacht, sortiert und möglichst zeitnah ins Internet gestellt. Durch nächtliche Überstunden konnte man so überglücklich am Sonntag das druckfrische Werk präsentieren. Die Zeitung ist übrigens auch im Internet zu finden.

Ein Feuerwerk jugendlichen Glaubens

Trotz des Abhebens in ungeahnte Stimmungshöhen und gemeinsamer Geschäftigkeit wurde doch nicht vergessen sich rückzuversichern, sich zu erden. Beim abschließenden Aussendungsgottesdienst am Sonntag fragte Pater Lothar Herter, Standesleiter der Mannesjugend Deutschland treffend: “Wer hat die Regie geführt an diesem Wochenende? Wer macht es, dass wir machen? Dass wir motiviert sind?” Für den Hauptverantwortlichen des Schönstatt-Summers steht zweifellos fest: “Ich glaube, dass es eine Regie gibt, die unter uns ist. Dass Gott unter uns ist.”

In der Tat bot das Wochenende genügend Gelegenheit ein kurzes Gespräch mit dem dreifaltigen Gott zu führen, aber auch das Liebesbündnis mit der Mutter Jesu zu pflegen, sich ihr erneut anzuvertrauen und sie um ihre Fürsprache zu bitten. Das Urheiligtum und andere Heiligtümer luden rund um den Gnadenort dazu ein. In der Vigilnacht von Samstag auf Sonntag (siehe eigener Bericht) trugen die Jugendliche bei der Prozession von der Marienschule zum Urheiligtum ihre Sorgen und Nöte vor Gott. Am Urheiligtum betrachteten sie das Leben der Gottesmutter näher, sangen und beteten bei nass-kaltem Wetter zwei Stunden lang. Danach fanden sich fast die ganze Nacht lang kleinere Gruppen im Urheiligtum zur Anbetung ein. Nicht schwer war zu erahnen, was das Leben dieser Jugendliche, getreu dem Motto der dritten “Nacht des Heiligtums”, größer macht …

Autor: Clemens Mann
Quelle: www.schoenstatt.de
Datum: 26.08.2008
Link: http://www.nachtdesheiligtums.de/ruckblick/nacht2008/ein-feuerwerk-der-kreativitat