Ohren ausstrecken in alle Richtungen

Lorenz Klausmann, Sprecher des Vorbereitungsteams für die Nacht des Heiligtums 2009, im Interview

Lorenz KlausmannZapfsäule: In wenigen Wochen beginnt die vierte Nacht des Heiligtums in Schönstatt. Vorfreude?
Lorenz Klausmann: Ja, auf jeden Fall!

Warum?
Weil ich dabei sein werde und zum ersten Mal auch im Vorbereitungsteam mithelfen darf.

Zählst du die Tage?
Ich habe auf meiner Aufgabenliste einen Countdown, aber gucke jetzt nicht jeden Tag drauf.

Ein italienisches Sprichwort sagt: »Wer die Nacht nicht ehrt, ist des Tages nicht wert.« Könnte von dir sein …
Bezogen auf die Nacht des Heiligtums oder generell?

Beides.
Auf die Nacht des Heiligtums bezogen würde ich sagen stimmt das vollkommen. Ansonsten bin ich eher ein Tagmensch, also keiner, der jetzt abends sehr lange aufbleibt oder spät nachts noch weg geht.

Das wird in der besagten Nacht im August anders sein? Oder bist du unter Umständen der Erste, der im Bett ist?
Nein, das bin ich sicher nicht! (lacht)

Die Teilnehmerzahlen sind von Jahr zu Jahr gestiegen. Was sind eure Prognosen für diesen Sommer?
Wir hoffen, dass wir ungefähr bei 450 Teilnehmern landen.

Wenn ich 100 Freunde mitbringe, sind wir schon 550. Geht das auch noch?
Ja klar.

Einen Kernteamsprecher gibt es dieses Jahr zum ersten Mal. Was sind deine Aufgaben?
Generell geht es in erster Linie darum, dass einer den Überblick hat. Dass einer weiß, was das Programmteam gerade macht, dass einer weiß, was das Liturgieteam gerade macht, dass eben diese Kommunikation über den Kernteamsprecher funktioniert. Interessant wird es sicher noch in der Helferwoche und bei der Nacht des Heiligtums selbst. Ich war ja früher nicht im Team dabei, also kann ich nicht sagen, ob es diese Funktion wirklich benötigt. Deshalb versuche ich, meine Ohren auszustrecken in alle Richtungen: Was soll ich tun? Was ist mein Job? Ob das Ganze dann Sinn ergeben hat und ob das mit mir als Lorenz funktioniert hat, sehen wir nach der Nacht des Heiligtums.

Du hast Maschinenbau studiert und arbeitest in der technischen Entwicklung. Gibt es berufliche Qualifikationen, von denen du bei deiner Arbeit für die Nacht des Heiligtums profitierst?
Das würde ich im Moment mit ja beantworten, weil ich gerade intern im Betrieb eine Weiterbildung mache. Bei der geht es unter anderem um Sachen wie Teamleitung und Projektmanagement, wo wir relativ viel theoretischen Input bekommen haben, den ich vielleicht später im Job und momentan eben auch in diesem Kernteam zum Teil umsetzen kann.

Und umgekehrt?
Ja selbstverständlich. Alles was ich da lerne, also die Arbeit im Team, bringt einem immer was.

Im Kernteam verantworten elf Leute fünf Unterteams. Wie arbeitet ihr da?
Es gibt drei Vorbereitungstreffen, wo wir möglichst alle zusammen sind und uns am großen Tisch austauschen. Ansonsten ist es so, dass im Prinzip jedes Subteam für sich arbeitet und der Austausch entweder über mich stattfindet oder per E-Mail über den Kernteamverteiler.

Im Januar habt ihr das diesjährige Motto erarbeitet und euch für »Du wirkst. Unaufhaltsam.« entschieden. Wer wirkt da?
Na du.

Wer noch?
Ich auch. Gott wirkt unaufhaltsam. Maria. Wir haben den Schwerpunkt gelegt auf: Du wirkst durch mich. Also, es geht um das Wirken Gottes, um das Wirken Marias im Liebesbündnis, durch mich hier auf der Erde.

Geld ist dann ein leidiges Thema, wenn man keines hat. Wie löst ihr dieses chronische Schönstatt-Problem?
Dass man das Problem tatsächlich löst glaube ich noch nicht, aber wir sind auf einem besseren Weg als letztes Jahr. Genauso wie das Amt des Kernteamsprechers neu dazukam dieses Jahr, haben wir gesagt, wir versuchen jemanden zu finden, der sich dem Thema Finanzen & Sponsoring annimmt. Und wir haben da Simone Höhn gefunden, die alle Hebel in Bewegung setzt, um irgendwie Geld einzutreiben. Mit der Unterstützung von Stefan Aull geht sie auch das Thema Sponsoring an, schreibt sämtliche Firmen an und wirbt für unsere Aktion. Das Ziel ist auch, längerfristig einen Sponsor zu finden.

Auf dem Flyer zur Nacht des Heiligtums finden sich sechs Schlagworte. Sag uns bitte mal ein paar Schlagworte zu den Schlagworten.
1. Vigil

Das ist diese Veranstaltung am Samstagabend.

2. Schönstattjugend pur
Die kann man da erleben.

3. Workshops
Ein Angebot, das am Samstagmittag stattfindet.

4. Nachtkultur
Wir machen eine Vigil, wir machen eine Veranstaltung, die Menschen was bringt.

5. Begegnung
450 Teilnehmer unterschiedlichen Alters, alle haben ein ähnliches Gefühl, eine Richtung, ein Ziel, einen Glauben. Super Begegnung.

6. Musik
Band aus Würzburg, super Mottolied dieses Jahr wieder, herrlich.

Vor dem eigentlichen Veranstaltungswochenende gibt es eine Helferwoche. Was macht ihr da?
Wir bauen alles auf. Da gibt es ungefähr 30 bis 40 Leute und die arbeiten die komplette Woche.

Das klingt nach einer Menge Spaß. Wie hält man Leute, die in Schönstatt eine Woche arbeiten sollen, bei Laune?
Wir lassen sie lange ausschlafen und kochen ein gutes Mittagessen (lacht). Nein, das steht noch nicht fest. Wir werden einen gewissen Rahmen festlegen und uns dann gemeinsam auf die Nacht des Heiligtums einstimmen. Uns ist es wichtig, in der Helferwoche schon eine gute Stimmung aufzubauen, weil das schwappt dann am Wochenende ganz schnell über auf andere.

Ich bin unentschlossen, ob ich zur Nacht des Heiligtums kommen soll. Überzeuge mich bitte.
Wenn du zur Nacht des Heiligtums kommst, kannst du viele coole Leute treffen, denen der Glaube wichtig ist, denen es wichtig ist, dass man in einer Gemeinschaft vernünftig miteinander umgeht, dass man jeden so nimmt wie er ist. Ich denke auf der Nacht des Heiligtums kommen aber auch solche Sachen wie Spaß haben und feiern nicht zu kurz und es ist auf jeden Fall etwas, das man mal erlebt haben muss. Ich komme gerne jedes Jahr wieder hin, mir macht es Spaß und wenn du willst, nehme ich dich mit.

Gut, wo kann ich mich am einfachsten anmelden?
Auf der Homepage ist ein super Anmeldeformular, da kann man wählen zwischen Schlafsack oder Deluxe-Wasserbett mit entsprechendem Aufpreis (lacht). Einfach anklicken und fertig.


Quelle: Zapfsäule
Link: http://www.nachtdesheiligtums.de/ruckblick/nacht2009/ohren-ausstrecken-in-alle-richtungen